ÜBER CÉSAR MANRIQUE CABRERA, JESÚS SOTO MORALES UND WEITERE VISIONÄRE

César Manriques Leistungen waren maßgeblich dafür mit entscheidend, dass Lanzarote 1993 zum Biosphärenreservat durch die UNESCO erklärt wurde. Als Dank für seinen außergewöhnlichen Einsatz wurde er postum von der Inselregierung zum „bevorzugten Sohn der Insel“ bestimmt. Sein ästhetisches Konzept der Kunst-Natur/Natur-Kunst, das Streben nach Harmonie zwischen Natur, Architektur, Kunst und Mensch sowie das kontrastreiche Spiel zwischen erstarrter Lava, roher Natur, felsiger Umgebung auf der einen und ebenmäßigem Wohn- und Lebensraum mit weichen, sanften Formen auf der anderen Seite, begegnet uns auf der ganzen Insel. …

Lanzarote… Cesar Manrique A man a island

 

Auf seinem Weg zu einem der angesehensten Schöpfer kreativer Ideen der Raumkunst, begleiteten ihn eine Vielzahl großartiger Menschen, die den 1919 geborenen César unterstützten. José Ramírez Cerdá (1919-1986) gehörte in der Zeit zwischen 1960 und 1973 der Inselregierung Lanzarotes an und war auch deren Präsident. ….

 

Er kannte die Familie Manrique-Cabrera persönlich und hatte vollstes Vertrauen in die Weitsicht des Künstlers. Unter Josés Präsidentschaft konnte Manrique die ersten künstlerischen Projekte auf Lanzarote nach seiner Rückkehr aus den USA 1966 verwirklichen. Ramírez Cerdá hatte auch als Bürgermeister von Arrecife und Senator für die Insel Lanzarote höchsten politischen Einfluss und ihm gefielen Manriques Vorstellungen einer Symbiose von Kunst und Natur, von einem „sanften“ Tourismus ohne anonyme Bettenburgen und die Bewahrung der landschaftlichen und kulturellen Identität der Heimat Lanzarote. Sie wollten die Insel zu einem der schönsten Plätze der Welt machen, die Natur schützen und nicht durch blinde Bauwut einer touristischen Ausbeutung Platz schaffen. Aus dieser Zeit stammen u.a. die Gesetze für eine Beschränkung der Bauwerke auf zwei Stockwerke, das Verbot Werbeplakate aufzustellen und das Gebot der Einhaltung der traditionellen Bauweise mit weiß getünchten Außenwänden.

Lange bevor Manrique sich jedoch intensiv um seine Heimatinsel kümmerte, erkannte er schon früh seine Fähigkeit zu zeichnen und seine Bewunderung für Picasso, Matisse und Braque. Die Familie lebte im ursprünglichen Teil von Arrecife, im Viertel von San Gines. Im kleinen Fischerdorf Caleta de Famara verbrachte der junge Mann die Sommermonate und hier wurde er durch die Natur inspiriert. Nach schrecklichen Erfahrungen im spanischen Bürgerkrieg 1936-1939 studierte er zuerst auf Teneriffa technische Architektur und besuchte später die Universität der schönen Künste in Madrid, wo er während seiner Professur in Kunst und Malerei von 1945 bis 1964 wohnte. Hier lernte der Professor den Architekten Fernando Higueras kennen, welcher 1962 dessen Haus in einem Madrider Vorort entwarf. Mit Higueras sollte Manrique später auch auf Lanzarote eng zusammen arbeiten, der Mirador del Rio ist ein Ursprungsprojekt des Madrilenen, das Hotel „Las Salinas“ in Costa Teguise entwarf Higueras und Manrique plante dazu die Schwimmbad- und Gartenanlagen.

Die erste Individualausstellung als Künstler hatte er 1942 in seiner Heimatstadt Arrecife. In den 1950er Jahren war er Mitbegründer der ersten Galerie für abstrakte Kunst in Spanien überhaupt, realisierte große Wandgemälde auf Lanzarote und nahm an Biennalen in Venedig und Havanna teil. Von 1964 bis 1966 lebte der nun international bekannte Künstler in New York, traf dort u.a. mit Nelson Rockefeller, Jackson Pollock, Andy Warhol, Robert Rauschenberg und Künstlern der neuen Bildhauerei, sowie der kinetischen Kunst zusammen. Die Einflüsse der Kineasten erkennt man heute noch an den Windspielen, die der Naturarchitekt überall auf Lanzarote an Verkehrsinseln installieren ließ. Auch noch nach seiner Rückkehr 1966 in die Heimat zollte man dem nun 47jährigen in New York Respekt: 1966, 1967 und 1969 wurden ihm Einzelausstellungen in der Galerie Catherine Viviano gewidmet.

Zurück auf Lanzarote traf er auf seinen kongenialen Partner: Jesús Soto Morales. Der 1929 auf Fuerteventura geborene Jesús zog in jungen Jahren nach Lanzarote und gründete hier eine Beleuchtungsfirma. Soto Morales ist verantwortlich für die spektakuläre lichttechnische Ausgestaltung der Cueva de los Verdes, dem ersten Kunst- Kultur- und Tourismuszentrum auf Lanzarote, welches 1964 eröffnet wurde. Diese erfolgreiche Arbeit veranlasste die Inselregierung, ihn lebenslang als Lehrer für Kunst anzustellen. Er befasste sich hauptsächlich mit der Gestaltung der weiteren Kunst- und Kulturzentren und wurde 2002, ein Jahr vor seinem Tod, zum Adoptivsohn Lanzarotes erklärt.

Die beiden Künstler verband eine kreative Persönlichkeit und der unermüdliche Einsatz für die Erhaltung der besonderen Schönheit Lanzarotes. Die Ausführung des Fruchtbarkeitsdenkmals in Mozaga legte Manrique ebenso in die Hände von Jesús wie die Ausgestaltung umfassender Teile der Jameos del Agua, des Mirador del Rio und die Mitgestaltung der Vulkanroute im Timanfaya Nationalpark.

In den 1970er und 1980er Jahren konnte also César Manrique mit Hilfe enger Freunde und Mitarbeiter imposante Raumprojekte realisieren – sowohl auf Lanzarote als auch auf den anderen kanarischen Inseln und dem spanischen Festland. Er bewohnte in der Nähe von Tahiche einen in und auf fünf Lavablasen erbauten Gebäudekomplex. Hier ist heutzutage die Stiftung (Fundación) César Manrique untergebracht. Der wohl bekannteste Inselsohn erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter 1978 den „Premio Mundial de Ecología y Turismo“ und 1985 den Preis des europäischen Denkmalschutzverbundes „Premio Europa Nostro“. 1988 zog Manrique nach Haria, sein letztes Kunstwerk auf Lanzarote ist der 1990 eröffnete Kaktusgarten. Am 25.09.1992 kam César Manrique Cabrera bei einem Autounfall ums Leben.

Manrique auf Lanzarote:

Jameos del Agua, erbaut zwischen 1966-1968

Taro de Tahiche, sein Wohnhaus, Sitz der Fundación, Baubeginn 1968

Monumento al Campesino, 1968

Vulkanroute im Nationalpark, 1968

Entwurf des Restaurants „El Diablo“ im Nationalpark, 1970

Kauf eines alten Landhauses in Yaiza, Umbau zum Restaurant „La Era“, 1970

Mirador del Rio, realisiert 1973

„El Almacen“ Kulturzentrum in Arrecife, 1974

MIAC, Museum für zeitgenössische Kunst, 1976

Gärten und Schwimmbadanlagen Hotel „Las Salinas“, 1977 entworfen

Kaktusgarten, 1990

 

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